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FIBRO GmbH - Blue Competence Inerviewserie

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Ökonomie, Ökologie und soziales Handeln in Einklang zu bringen ist das erklärte Ziel der über 400 Blue Competence Partnerunternehmen. Doch was bewegt die Unternehmen zu Nachhaltigkeit und welche Hürden gibt es. Jürgen Gurt, Geschäftsführer der FIBRO GmbH, hat sich zur Nachhaltigkeitsstrategie, über Beweggründe und Hürden befragen lassen.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen? Wer ist in Ihrem Unternehmen verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit?
FIBRO ist nach DIN EN ISO 9001 und ISO 14001 bereits seit mehreren Jahren zertifiziert. Das Thema Nachhaltigkeit nimmt in unserer Unternehmenspolitik deshalb einen sehr großen Stellenwert ein. Bei der operativen Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten sind alle FIBRO-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angehalten, gemeinsam an den Unternehmenszielen mitzuwirken. In letzter Konsequenz liegt die Verantwortung für nachhaltige Unternehmensprozesse bei der obersten Leitung bzw. der Geschäftsleitung. Unsere Leitlinien für Nachhaltigkeit haben wir in unserer Qualitäts- und Umweltpolitik sowie in unseren Unternehmenswerten beschrieben und verankert.

Wo sehen Sie die drei wichtigsten Beiträge für Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen (Ökonomie, Ökologie und Soziales)?
1.  Mit unseren beiden Neuentwicklungen FIBROMAX 2.0 und FIBROTOR im Geschäftsbereich Rundtische haben wir bereits in der Entwicklungsphase den Fokus auf produktseitige Nachhaltigkeit gelegt – Durch eine umfangreiche Neuberechnung der Antriebskurvengeometrie beim Automationstisch FIBROTOR konnten wir für unsere Kunden eine Energieersparnis von 20% bei gleichen Schaltzeiten und Transportlasten erreichen. Beim FIBROMAX 2.0 ersetzen wir die energieintensive Hydrostatik-Lagerung durch die bewährte FIBRO-Wälzlagerung. Diese Wälzlagerung bietet unseren Kunden eine deutliche Reduzierung der Gesamtenergiebilanz ihrer Werkzeugmaschine. Deshalb unser Slogan: More Power – Less Cost!

2. Im Jahr 2013 haben wir an beiden FIBRO-Standorten in Weinsberg und Haßmersheim, in Zusammenarbeit mit Firma Wintermayr, in ein neues Beleuchtungssystem für unsere Fertigungs- und Montagehallen investiert. Allein durch diese Maßnahme konnten wir eine stattliche Stromersparnis von 50% im Bereich der Beleuchtungsenergie erzielen. Die Stromersparnis beläuft sich auf 800 MWh und ist gleichzusetzen mit einer CO2-Reduktion von 450 to pro Jahr oder einem jährlichen Stromverbrauch von ca. 200 Vierpersonenhaushalten. Durch die verbesserte Arbeitsplatzausleuchtung wirken wir gleichzeitig Arbeitsunfällen und Ermüdungserscheinungen unseres Personals in diesen Produktionsbereichen positiv entgegen. Weitere Projekte, die bei FIBRO bereits umgesetzt wurden bzw. die sich gerade noch in der Umsetzungsphase befinden, sind der Austausch der Heizungsanlagen an beiden FIBRO-Standorten mit einer Einsparung beim jährlichen Gasverbrauch von 1.000 MWh sowie die Lokalisierung und Beseitigung von Leckagen im Druckluftnetz, welche wir auf eine Einsparung von 200 MWh pro Jahr beziffert haben. Darüber hinaus gibt es in unserem Unternehmen noch eine Menge weiterer Investitionsmaßnahmen und Projekte zur Ressourceneinsparung, die in den FIBRO-Umweltzielen definiert und festgeschrieben sind.

3. Unser Unternehmen ist sich seiner sozialen Verantwortung stets bewusst. Im Bereich der Vergütungspolitik unseres Hauses halten wir uns an die tarifvertraglichen Regelungen um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leistungsgerecht entlohnt werden. Um dem Fachkräftemangel gezielt entgegenzuwirken, bildet FIBRO seit Jahren, in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der LÄPPLE Ausbildungs GmbH, den eigenen Nachwuchs im gewerblichen und kaufmännischen Bereich selbst aus. Mit unserem attraktiven Ausbildungsprogramm bieten wir interessierten Jugendlichen eine Zukunftschance in unserem Unternehmen. Gleichzeitig besteht bei FIBRO die Möglichkeit, Auslandserfahrung in einer unserer internationalen Tochtergesellschaften zu sammeln. FIBRO unterstützt regelmäßig soziale Einrichtungen und Organisationen nicht nur im unmittelbaren Umfeld der deutschen FIBRO-Standorte. Insbesondere in Indien, wo FIBRO einen eigenen Produktionsstandort betreibt, sind wir unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst und unterstützen dort seit mehreren Jahren ein Waisenhaus für Kinder.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Die Herausforderung wird sein, unsere Technologie- und Innovationskraft in einem Hochlohnland wie Deutschland aufrecht zu erhalten und den Vorsprung weiter auszubauen. Zur nachhaltigen Absicherung unserer europäischen Marktführerschaft und unserer bestehenden deutschen Produktionskapazitäten, werden enorme Anstrengungen und Investitionen nicht nur in Deutschland sondern gleichzeitig auch in aufstrebenden internationalen Märkten notwendig sein, um nicht an Wettbewerbsfähigkeit und Exportkraft zu verlieren. Wir sehen uns zukünftig in einem internationalen Marktumfeld mit einer zunehmenden Anzahl von Wettbewerbern und Wettbewerbsprodukten konfrontiert, bei welchen Qualitäts-/ Umwelt und Sicherheitsstandards oftmals aus Kostengründen und natürlich auch aufgrund anderslautender landesspezifischer Gesetze und Verordnungen nicht eingehalten werden bzw. eingehalten werden müssen.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt? Wo geht der Weg hin?
Wir arbeiten auch zukünftig daran unsere Produkte, unsere Dienstleistungen, unsere Unternehmensprozesse und unser Personal unter Nachhaltigkeitsaspekten weiter zu entwickeln. FIBRO wird in den kommenden Jahren zunehmend in die Internationalisierung investieren und diese konsequent vorantreiben.

Werden Sie das Thema Nachhaltigkeit auf der AMB präsentieren?
Wir stellen dieses Jahr auf der AMB nicht aus.

Bildquelle : VDMA

Jestädt, Michael
Jestädt, Michael
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