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VDMA Werkzeugbau

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Produktspektrum
Der VDMA Werkzeugbau repräsentiert die Hersteller folgender Produkte:

  • Stanz-, Schnitt- und Umformwerkzeuge
  • Spritzgieß- und Druckgießformen
  • Vorrichtungen
  • Normalien

Die Firmen der Werkzeugbaubranche fertigen spezielle Betriebsmittel für produzierende Unternehmen, bei denen eine individuelle Anpassung an die jeweilige Aufgabenstellung notwendig ist. Charakteristisch für diese Werkzeuge ist die teilweise oder vollständige Abbildung der Werkstückform durch die Werkzeuggeometrie.

Fast alle Industrieerzeugnisse werden mit Hilfe von Werkzeugen hergestellt. Meistens wird ein Werkzeug oder eine Form für die Herstellung von tausenden von Endprodukten verwendet. Nur bis zu fünf Prozent der Produktionskosten kann man den Werkzeugen zuordnen - diese sind aber im Gegenzug zu mehr als 90 Prozent für die Profitabilität der Produktion und die Qualität der Produkte verantwortlich.

Etwa die Hälfte des gesamten Werkzeugbauumsatzes in Deutschland wird im Sektor der Schnitt- und Stanzwerkzeuge erzielt. Gut ein Drittel entfällt auf die Spritzgieß- und Preßwerkzeuge. Die Druckgießwerkzeuge und Vorrichtungen stehen zusammen für rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes.

Kundenbeziehungen
Der Werkzeugbau nimmt als Zulieferer für die Automobil-, Konsumgüter-, Luftfahrt und Elektroindustrie eine Schlüsselposition ein. Innerhalb der Zulieferbeziehungen sind die Werkzeugbau-Unternehmen häufig Komponentenlieferanten für Teile-, Modul- oder Systemlieferanten. Sie haben in den letzten Jahren ihre Betriebsorganisationen gestrafft und sind hierdurch in der Lage, auf Kundenwünsche extrem flexibel zu reagieren.

Der Erfolg der Unternehmen basiert zum großen Teil auf dem so genannten "Simultaneous Engineering". Dabei entwickelt der Werkzeugbau nicht nur die Werkzeuge zur Herstellung, sondern ist auch in die Entwicklung der Produkte beim Kunden eingebunden. Dies stellt für beide Parteien einen großen Vorteil dar. Der Kunde profitiert vom Know-how des Werkzeugbaus bei der Umsetzung von Desingvorstellungen in konkrete Werkzeuge. Denn kleine Änderungen im Desingn eines Produkts kann die Werkzeug- und Produktionskosten erheblich senken, wenn es dadurch unaufwendiger zu produzieren ist. Der Werkzeugbau und seine Kunden rücken dadurch zunehmend näher zusammen und dies erhöht die Kundenbindung, was wiederum dem Werkzeugbau-Unternehmen zugute kommt.

Der allgemeine Trend zum Outsourcing hat auch vor dem Werkzeugbau nicht haltgemacht. Zunehmend sind Werkzeugbau-Unternehmen in die Rolle von System- und Endproduktlieferanten gewachsen, die wiederum selbst ebenfalls Outsourcing betreiben. Manuelle Arbeitsgänge, die in eimem Höchstlohnland, wie Deutschland, nicht (mehr) profitabel durchgeführt werden können, werden an Unternehmen in Ländern mit niedrigeren Arbeitskosten vergeben. Denn, ohne diese Arbeitsteilung wäre es den Unternehmen unmöglich zu konkurrenzfähigen Weltmarkt-Preisen am Standort Deutschland zu produzieren.

Unternehmenscharakteristika
Der deutsche Werkzeugbau ist mittelständisch geprägt. Von den insgesamt rd. 5.000 Werkzeugbauunternehmen in Deutschland haben über 80 Prozent weniger als 20 Mitarbeiter. Noch nicht einmal ein Prozent der Firmen haben mehr als 100 Mitarbeiter. Eine Ausnahme in Bezug auf die Größenverhältnisse bilden unternehmensinterne Werkzeugbaueinheiten der Automobilhersteller und anderer produzierender Großunternehmen, die teilweise mehr als 1.000 Mitarbeiter umfassen. Obwohl der typische Werkzeugbau zu den Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) zählt, sind seine Aufträge in der Regel großvolumig und zeitaufwendig. Der Anteil eines einzelnen Auftrags am Gesamtumsatz ist daher vergleichsweise hoch.

Die Unternehmen des Werkzeugbaus beschäftigen anteilig wesentlich mehr hochspezialisierte Fachleute als die meisten Sektoren der Industrie. Die Branche ist sehr arbeitsintensiv. Daher ist der Anteil der Personalkosten am Umsatz wesentlich höher als in vielen anderen Branchen und beispielsweise etwa doppelt so hoch wie in der Automobilindustrie.

Bildquelle : Werkzeugbau Ruhla (Vorschau) / Audi Werkzeugbau (Header)

Zedtwitz, Alfred
Zedtwitz, Alfred
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