METAV TPI: Sicherheit von Spannvorrichtungen an Maschinen

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METAV-Thema: Klarheit beflügelt die Zusammenarbeit - Norm vermeidet Fehlinterpretationen

Frankfurt am Main, 15. Oktober 2019 - Die Sicherheit im Umgang mit Maschinen spielt auf der METAV 2020 eine Hauptrolle: In Düsseldorf geht es zum Beispiel um ein neues VDMA-Einheitsblatt, das die Zusammenarbeit zwischen den Herstellern von Werkzeugmaschinen und Spannvorrichtungen verbessert und so die Sicherheit erhöht.
„Ich begrüße es sehr, dass der VDMA das Thema Spannvorrichtungen mit dem Einheitsblatt angegangen ist“, blickt Alfred Hillinger, Konstruktionsleiter der Hainbuch GmbH aus Marbach (bei Ludwigsburg) zurück. „Sowohl Maschinen- als auch Spannmittelhersteller haben nämlich immer die gleichen Probleme.“ Dazu zählen Grauzonen und Interpretationslücken.
 
Fehlinterpretationen kursieren im Internet
Für Probleme würden die unterschiedlichsten Meinungen zur Interpretation der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sorgen, die im Internet zu Spannvorrichtungen und -mitteln kursieren. „Darunter sind auch einige falsche Interpretationen – zum Beispiel, dass die Maschinenrichtlinie die Spannvorrichtungen vollumfänglich berücksichtigt“, berichtet Hillinger. „Doch sie hebt eben nicht explizit auf Spanntechnik ab.“ Im ersten Schritt entwickelte die Branche mit VDMA-Fachverbänden das VDMA-Positionspapier „Spannvorrichtungen zur Verwendung an Maschinen“, das seit dem Jahr 2017 den Gültigkeitsbereich absteckt und ein Verfahren zur Erfüllung der Anforderungen aus dem Produktsicherheitsgesetz vorschlägt.
„Wir merkten bei der Arbeit am Positionspapier, dass immer noch viele Detailpunkte zu klären sind“, erinnert sich der Konstruktionsleiter. „Das Positionspapier diente daher als Startpunkt für den Arbeitskreis, in dem bewusst auch die Maschinenhersteller als auch unsere Kunden aktiv mitarbeiteten.“ Als deutlichen Vorteil empfindet Hillinger, dass er nun nicht mehr bei jedem Auftrag mit dem Maschinenhersteller und Endanwender über Grundlagen diskutieren muss, die dank des VDMA-Einheitsblattes feststehen. Vorbei sei die Gefahr, dass an Projektpartner Anforderungen gestellt werden, die sie nicht erfüllen können. „Wir stellten immer wieder Lücken fest, die wir im Detail besprechen mussten“, erklärt Hillinger. „Jetzt haben wir mit dem VDMA-Einheitsblatt eine saubere, lückenlose Grundlage, die typische Schnittstellen-Probleme minimiert.“
 
Einheitsblatt senkt Zusatzaufwand
Im Kern ging es um eine Frage: Wem fällt grundsätzlich welche Aufgabe zu? „Am Ende merkte man früher oft, dass niemand eine wichtige Aufgabe erledigt hat“, sagt der Konstruktionsleiter. „Das führte immer wieder zu zusätzlichen Diskussionen und Problemen. Ich hoffe, dass sich beim Arbeiten mit dem Einheitsblatt der zusätzliche Aufwand auf ein Minimum reduzieren lässt. Es dient als abzuarbeitende Checkliste, dank der jeder weiß, was er vom Partner bei einem Projekt erwarten kann. Das betrifft in besonderem Maße technische Lösungen wie etwa Zustandsabfragen, bei denen wir die erforderliche Sicherheit nur bei Mitwirkung des Maschinenherstellers erreichen können.“
 
Checkliste für Konstrukteure
Im August 2019 wurde das neue Einheitsblatt veröffentlicht. „Das Einheitsblatt ist für die Spannvorrichtungshersteller gedacht“, ergänzt Bernt Ritz, Referent für Technik, Normung und Spannzeuge im VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge. „Es dient dem Konstrukteur als Checkliste, mit der er überprüfen kann, welche sicherheitstechnischen Fragen bei der Konstruktion zu beachten sind. Außerdem erfährt er im Anhang, welche Informationen wie Kennzeichnungen und Betriebsanleitungen er mit liefern muss.“
Doch was nutzt das Einheitsblatt dem Maschinenhersteller? Ritz: „Der Maschinenhersteller kann bei einer Spannvorrichtung, die anhand der Vorgaben des Einheitsblattes entstand, darauf vertrauen, dass die Konstruktion vorgegebene sicherheitstechnische Anforderungen erfüllt. Er kann sich also darauf verlassen, dass er eine sichere Vorrichtung erhält.“

Der VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge ist das Informations- und Kommunikationszentrum der deutschen Präzisionswerkzeug-Hersteller sowie deren Interessenvertretung. Präzisionswerkzeuge finden in allen Bereichen der Metallbearbeitung sowie in Teilen der Kunststoffverarbeitung Verwendung.