2019: Sieben Prozent Produktionsrückgang

VDMA

Jahres-PK am 15.01.2020 informierte über die wirtschaftliche Situation der Präzisionswerkzeuge-Industrie. Teilbranchen sind unterschiedlich stark betroffen und erwarten für 2020 keine Produktionssteigerung.

„Im vergangenen Jahr ist die Produktion der deutschen Präzisionswerkzeuge-Hersteller im Durchschnitt um 7 Prozent zurückgegangen“, teilte Stefan Zecha, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA bei der Pressekonferenz in Frankfurt mit und ergänzte: „Nach ersten Hochrechnungen gehen wir von einem Produktionswert von rund 10,4 Mrd. Euro aus.“

Handelskonflikte und die daraus resultierende Konjunkturabkühlung gingen 2019 nicht spurlos an der Präzisionswerkzeugbranche vorbei. Die Hersteller von Zerspanwerkzeugen kamen mit einem Absatzminus von ca. 4 Prozent im Vergleich der Teilbranchen am glimpflichsten davon, gefolgt vom Werkzeugbau mit minus 8 Prozent und den Spannzeugen mit einem 9-prozentigen Verlust. Dass die Rückgänge nicht noch stärker ausfielen liegt daran, dass Präzisionswerkzeuge gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gefragt sind, weil sie Produktivitätsgewinne ohne große Investitionen ermöglichen.

Insbesondere der deutsche und der chinesische Markt entwickelten sich deutlich schlechter als erwartet. Auch das Geschäft in den USA blieb insgesamt unter dem Vorjahresniveau, auch wenn die Zerspanwerkzeuge und Spannzeuge dort mehr Werkzeuge absetzen konnten. Die beiden wichtigsten Abnehmerbranchen Automobil und Maschinenbau nahmen 2019 insgesamt weniger Werkzeuge ab, als im Vorjahr.

Hochwillkommen sind die ersten Signale aus der Automobilindustrie, dass die Produktion im Jahresverlauf wieder steigen und die Nachfrage nach Werkzeugen stabilisieren könnte. Dennoch wird dies voraussichtlich nicht ausreichen, um für 2020 einen erneuten Produktionsrückgang zu verhindern.

Zecha: „Statt mit Bürokratiemonstern wie der DSGVO und der EU-Entsenderichtlinie die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren und mittleren Unternehmen zu gefährden, weil Ihnen ein unzumutbares Maß an nicht wertschöpfenden, bürokratischen Tätigkeiten aufgebürdet wird, sollte sich die Politik lieber darum kümmern, dass bereits in der Schule mit verpflichtenden MINT-Fächern und dem Schulfach Technik die Grundlagen für ein breites Technikwissen der zukünftigen Generationen gelegt werden. Denn unser rohstoffarmes Land hat nur ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das auf seine Wettbewerbsfähigkeit im weltweiten Wettbewerb einzahlt. Und das sind seine hochqualifizierten Facharbeiter.“

In diesem Jahr plant der VDMA Werkzeugbau gemeinsam mit seinem Partner GKV/TecPart im Rahmen der Fairness-Initiative eine Kampagne für die Nutzung fairer Standardverträge. Auf der METAV 10. bis 13. März in Düsseldorf ist der ideelle Träger VDMA Präzisionswerkzeuge nicht nur mit einem Gemeinschaftsstand präsent, sondern veranstaltet auch ein Spanntechnikforum am 11. März 2020 unter dem Titel "Spanntechnik – Lösungen für Megatrends". Die AMB vom 15. bis 19. September in Stuttgart nutzt der Fachverband für ein Technologieforum auf dem eigenen Stand.

 

Der VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge ist das Informations- und Kommunikationszentrum der deutschen Präzisionswerkzeug-Hersteller sowie deren Interessenvertretung. Präzisionswerkzeuge werden auf Werkzeugmaschinen betrieben und finden in allen Bereichen der Metallbearbeitung sowie in Teilen der Kunststoffverarbeitung Verwendung.Schreiben Sie Ihren Text hier

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